Weinhandelsabkommen öffnet manipulierten Weinen aus der USA Tür und Tor 11-2005

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News Datum: 
28.11.2005

Das Weinhandelabkommen zwischen der EU und der USA öffnet dem manipulierten amerikanischen Wein Tür und Tor. Das in Amerika andere Normen bei der Herstellung von Wein gelten, ist weithin bekannt. Mit dem neuen Weinhandelsabkommen dürfen diese manipulierten Weine ohne Kennzeichnung auf den europäischen Markt gelangen.

Es ist durchaus erlaubt und auch üblich, dass dem Wein in der USA mit Aromastoffen zu mehr Geschmack verholfen wird. Mit Wasser wird er gestreckt, mit Säure wird ihm Frische verliehen und mit einem Beutel Holzspäne ein Barrique-Geschmack gegeben. Und wenn dies alles noch nicht geholfen hat, so wird er halt mit Hilfe einer Schleuderkegel-Kolonne in seine Bestandteile zerlegt und neu zusammen gesetzt. Irgendwann wird schon ein Gebräu herauskommen, welches sich dann im Supermarkt als Wein verkaufen lässt.

Noch ist das Abkommen nicht verabschiedet, es liegt dem Ministerrat im Dezember zur Unterzeichnung vor. Würden solche Verfahren in der EU angewandt, würde beispielsweise Wasser dem beigegeben, so dürfte das entstandene Produkt höchstens noch als weinhaltiges Getränk vermarktet werden und wäre somit unverkäuflich!
Dem interessierten Leser stellt sich die Frage wozu dies alles? Warum müssen diese Weine nicht zumindest gekennzeichnet werden und die angewandten Verfahren kenntlich gemacht werden?

Zum einen besteht das Problem des Nachweises einiger der angewandten Methoden, zum anderen erklärt sich die USA bereit zukünftig auf in der EU geschützte Bezeichnungen, wie z.B. Champagner oder Chianti, zu verzichten und den Gebrauch zu verbieten.

Es stellt sich die Frage, ob der Preis der für diesen Verzicht bezahlt wird, letztendlich gerechtfertigt ist?! Dem interessierten Weintrinker ist es sehr wohl bewusst und bekannt, dass es keinen Chablis, keine Port oder Sherry aus der neuen Welt geben kann. Er wird sich jedoch kaum gegen solchermaßen "gepanschte" Weine schützen können. Es sei denn, er verzichtet konsequent auf Weine aus Übersee. Dies allerdings macht der oftmals verlockende Preis, die verlockende Werbung und der immer gleiche, auf den Geschmack des Konsumenten getrimmte Wein, sehr schwer.

Aufgepasst Coca-Cola lässt grüßen!

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