Wenn man einen unbekannten Wein einem erfahrenen Kenner vorsetzt, so wird dieser nur anhand seiner Sinne und seines Gedächtnisses die Traubensorten, den Jahrgang, das Anbaugebiet und sogar den Erzeuger benennen können. So weit der Mythos. Bei Tests haben Kenner, denen die Augen verbunden waren, nicht einmal unterscheiden können, ob es sich bei dem um einen Rot- oder einen Weißwein handelte. Auch dies stellt sicherlich ein Extrem dar und ist von den gewählten Weinen und sonstigen Einflüssen abhängig. Die eigentliche Tatsache jedoch, dass es ausgesprochen schwierig ist, Weine allein am Geruch und Geschmack zu erkenn bleibt. Ein bekannter britischer Weinkenner wurde einmal gefragt, ob er jemals einen Bordeaux mit einem Burgunder verwechselt hat. Er antwortete: "Jedenfalls nicht mehr seit dem Mittagessen". Bekannte Weinjournalisten verweigern teilweise die Teilnahme an jeglichen Blindverkostungen.