Landschaft, Klima, Boden

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Sherry ist ein nach der Gärung mit Weingeist aufgespriteter Wein, der ausschließlich aus der Region um Jerez de la Frontera, Puerto de Santa Maria und Sanlucar de Barrameda im Südwesten Andalusiens stammen darf. Das Klima dieser Region entspricht dem einer warmen südlichen Zone, ist allerdings stark durch die Nähe zum Atlantik geprägt, der mit seiner meist aus Westen wehenden Brise die Rebstöcke mit Meeresfeuchte versorgt. Dieses Phänomen ist vor allem in Sanlucar de Barrameda und Puerto de Santa Maria spürbar, wo im Vergleich zu Jerez de la Frontera die Sommertemperaturen um rund 10° C niedriger ausfallen. Im Hochsommer überzieht dadurch frühmorgens häufig Tau die Reben und versorgt so zusätzlich die von der anhaltenden Trockenheit geplagten Stöcke. Der Atlantik sorgt auch dafür, das selbst im 15 Kilometer vom Meer entfernten Jerez die Luftfeuchtigkeit auf über 90 Prozent ansteigen kann! Gefürchtet ist hingegen der aus dem Osten wehende Levante – ein trockener, heißer und staubbringender Wind, der die Temperaturen innerhalb kürzester Zeit extrem ansteigen lassen kann. Die Jahresdurchschnittstemperatur beträgt 17,5°C, mit Spitzen von bis zu 40°C im Sommer und um die 0°C im Winter, bei rund 295 Sonnentagen. Die Niederschläge – durchschnittlich 620 mm pro Jahr, wobei die Extremwerte in der Vergangenheit von 392 bis 1311 mm reichten – fallen vorwiegend vom Spätherbst bis ins Frühjahr. Im Vergleich mit anderen Weinbauregionen ist dies nicht gerade wenig, problematisch ist jedoch die ungleichmäßige Verteilung über das Jahr hinweg, mit den langen, niederschlagslosen Sommermonaten – im Schnitt der letzten Jahre immerhin 6 – 7 Monate. Hinzu kommt, dass künstliche Bewässerung bislang nicht erlaubt ist. Also nicht gerade optimale Bedingungen für die notwendige Wasserversorgung der Rebstöcke. Wie schaffen es die Reben nun solange ohne Niederschlag auszukommen?
 
Die Antwort liegt im Boden.
 
Das von weiten, sanft gewellten Hügeln geprägte Land wird dominiert von leuchtendweißen Kalkböden, den so genannten „Albarizas“ (lat. alba bedeutet weiß). Die Besonderheit dieses porösen, extrem sonnenlichtreflektierenden Bodens besteht darin, Wasser wie ein Schwamm aufzusaugen, während der Trockenheit an der Oberfläche zu verkrusten ohne Aufzubrechen und damit über lange Zeit die Feuchtigkeit zu speichern und bei Bedarf an die Wurzeln abzugeben.
 

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