Neueröffnung des Moselweinmuseums - Vinothek mit fast 150 Probeweinen

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News Datum: 
08.10.2007

Das Weinmuseum in Bernkastel-Kues wurde am 20.09.2007 neu eröffnet. Es bietet nun eine "multimediale, interaktive Weinerlebniswelt". Laut der Internetseite ist es eines der modernsten Multimedia-Mussen in Deutschland und bietet auf mehr als 1.000 Informationsseiten mit vielen Filmen und Animationen" Weinwissen.

Natürlich haben wir uns es nicht nehmen lassen das Museum kurzfristig nach der Neueröffnung zu besuchen, wir kannten bereits von einem früheren Besuch das alte Museum. Auch die Vinothek mit fast 150 Moselweinen, die in einer Weinprobe für 15,- € pro Person verkostet werden können, haben wir besucht.

Leider fällt unser Resümee nicht nur positiv aus. Uns fehlte es an Interaktion, die multimediale Erlebniswelt hielt sich in Grenzen und ein Teil der Weine waren unseres Empfinden nach nicht frisch.

Unser ganz und gar subjektive Erlebnisbericht ohne Anspruch auf Richtigkeit:

Das Moselweinmuseum

Das Weinmuseum war schon immer ein relativ kleines Museum. Früher standen dort alte Gerätschaften zur Weinbereitung, für die Bearbeitung der Reben und des Weinberges. Alte Bilder und Schriften zeugten von der Geschichte des Weinbaus an der Mosel. Sicherlich gab es und gibt es Weinmuseen, wie z.B. in Rüdesheim, die weitaus größer und attraktiver sind. Doch der Besucher erhielt die Informationen über den Weinbau der Mosel anschaulich dargestellt.

Nun werden diese Informationen "multimedial und interaktiv" dargeboten. Der Raum ist gefüllt mit Terminalsystemen, Großbildschirmen und einer Aromenbar. Von Interaktion ist leider wenig zu spüren, es sei denn es ist schon besonders interaktiv wenn man auf einen "Weiter-Button" für die folgende Seite drückt. Von Multimedial hatten wir auch andere Vorstellungen. Zumal viele Inhalte aus bekannten Quellen aus dem Internet entliehen waren. Informationsseiten von Wikipedia, ein Moselrundflug mit den Geodaten von Google-Earth.

Die Aromabar besteht aus 5 Trichtern in denen Öle über einem Leuchtmittel erwärmt werden und somit Ihren Duft verströmen. Wir haben keines der Aromen erkennen können. Vielleicht lag es daran, dass die Öle zu alt waren? Sicherlich macht es kaum Sinn für einzelne Besucher, wir waren lange Zeit die einzigen, die Öle zu wechseln. Sicherlich gibt es aber auch ansprechendere Lösungen um Weinaromen zu vermitteln. Eine wirklich schöne Aromabar haben wir auf einer Hausmesse eine bedeutenden Importeurs vor einigen Jahren kennen gelernt. Die einzelnen Weinaromen wurden in Form der tatsächlichen Grundstoffe in Gläsern dargeboten. Rosenblätter, Kaffebohnen, Schokoladestücke, Leder, Früchte und so weiter. Diese Aromabar jedoch macht, zumindest uns, keinen Spaß zum schnuppern.

Das wohl noch interaktivste war ein Bildschirm, an dem der Weinschnitt einer Rebe über einige Jahre vorgenommen werden konnte. Mit Hilfe einer einfachen Graphik konnten der Besucher die Rebe wachsen lassen und sie beschneiden. Irgendwie witzig, jedoch nicht wirklich gelungen.

Unser Fazit: Die Idee ist toll, an der Umsetzung muss jedoch noch gearbeitet werden. Die 5,- € Eintrittsgeld sollten eher in eine Flasche Wein investiert werden. Diese kann vor dem heimischen PC genossen werden. Das Stöbern im Internet auf Weinseiten macht so zumindest mehr Spaß und ist sicherlich nicht weniger informativ und interaktiv.

Die Vinothek

Der Eintritt in die Vinothek ist kostenlos. Fast 150 Weine liegen in den Kellern der Vinothek, bis auf wenige Ausnahmen können diese alle für 15,- € pro Person verkostet werden. Der Verkostungswillige erhält nach Entrichtung der Gebühr ein Probenglas und eine Liste der Weine. Eine wie wir finden sehr gelungene Idee um sich einen Überblick über die geschmackliche Vielfalt eines Weingebietes zu machen. Jeder kann die Weine probieren, die er möchte, ohne ein schlechtes Wissen gegenüber dem Winzer zu haben oder sich Verlegenheitskäufen genötigt zu sehen.

Was uns leider nicht gefallen hat, war dass einige der Weine unserer Meinung nach deutliche Fehltöne aufgewiesen haben. Vor einem Korkschmecker ist kein Wein gefeiht. Aber warum werden die Weine nach dem Öffnen durch das Personal nicht kurz geprüft? Auch waren etliche Weine nach unserer Meinung viel zu alt. Sie rochen muffig und oxydiert. Vielleicht wäre es angebracht, dass Datum der Öffnung auf den Flaschen festzuhalten. So kann es zumindest zu keine Diskussionen über die Frische der Weine kommen.

Unser Fazit: Eine wunderbare Idee Weine in dieser Vielzahl probieren zu können. Der Betrag von 15,- € pro Person ist angemessen und hinterlässt kein schlechtes Gewissen. Jedoch sollte an der Qualität der Umsetzung gearbeitet werden.

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