Die EU und die Reform des Weinsektors

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News Datum: 
04.05.2006

Nachdem Ende letzten Jahres das Weinhandelsabkommen zwischen der USA und der EU verabschiedet wurde, blicken die Winzer skeptisch nach Brüssel und auf die Kommission zur Überarbeitung der Marktorganisation für Wein. Die erste gemeinsame Marktorganisation für Wein (GMO) wurde im Jahre 1970 eingeführt und seitdem mehrere Male überarbeitet.

Die Hauptziele der Reform werden wie folgt formuliert:

1. Die Wettbewerbsfähigkeit der Weinhersteller in der EU zu steigern, das Ansehen der europäischen Qualitätsweine als die besten der Welt zu stärken, alte Marktanteile zurückzuerhalten und neue in der EU und weltweit dazu zu gewinnen;

2. Eine Weinordnung zu schaffen, die sich klarer und einfacher Regeln bedient – und zwar wirksamer Regeln, die für ein Gleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage sorgen;

3. Eine Weinordnung zu schaffen, die die besten Traditionen der europäischen Weinherstellung aufrechterhält und soziale und umweltbezogene Aspekte in vielen ländlichen Gebieten stärkt.

Mitte diesen Jahres soll der Rat und das Parlament informiert werden und Ende 2006 soll über den Gesetzesentwurf entschieden werden.

Bislang kann nur spekuliert werden, welche Maßnahmen tatsächlich beschlossen werden und wie weit eine einheitliche Weinordnung gehen wird. Werden bei der Reform nur neue Richtlinien herauskommen, die letztendlich in Form von Gesetzen in den Ländern umgesetzt werden müssen oder ist tatsächlich ein einheitliches europäisches Weinrecht angestrebt. Und selbst wenn dieses angestrebt sein sollte, würde es überhaupt Sinn machen? Kann der Weinbau an der Ahr den gleichen Regeln wie der im Süden Spaniens oder Italiens unterworfen sein? Regeln für Qualitätsstufen, Etikettierung und vieles mehr gibt es bereits heute in Form von Verordnungen. Ist letztendlich mehr erforderlich und überhaupt von den Winzern in Europa gewünscht? Und wie werden wohl Regelungen zur Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit aussehen? Werden landwirtschaftliche Subventionen für den Weinbau erhöht? Neue Weinbaugebiete in Europa geschaffen? Rodungsprämien erhöht?

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