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Juli 2007

     

05.07.2007

Aktuelles

EU Vorschläge zur Weinmarktreform stoßen auf breiten Widerstand

   

Die Vorschläge der EU zur Weinmarktreform stoßen auf breiten Widerstand. Nicht nur in Deutschland, sondern auch in vielen übrigen Ländern, darunter Frankreich, Österreich, Luxemburg, Ungarn, Slowenien und die Slowakei, finden die Vorschläge wenig Gegenliebe. In der Kritik stehen insbesondere das Verbot der Anreicherung mit Saccharose und die geplanten Etikettierungsvorschriften. Auch scheint es noch an einer Strategie für die dringend erforderlichen Rodungen von 200.000 Hektar Weinberge zur Eindämmung des Weinssees zu mangeln. Das Forum der Deutschen Weinwirtschaft bezeichnete das Verhalten der Kommission als provozierend und undemokratisch, da keine der zentralen Forderungen berücksichtigt worden ist und keine Argumente beachtet wurden. Die Vorschläge des Weinforums wurden auch durch Bundesregierung und die Bundesländer unterstützt.

     
    Das Ziel der Reform sollte es sein, die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen und europäischen Weinwirtschaft im globalen Weinmarkt zu verbessern. Das Gegenteil, so die Kritiker, sei der Fall.
    In Deutschland und anderen Weinregionen, die nicht in jedem Jahr von der Sonne verwöhnt sind, ist es schon immer üblich gewesen, den Most in sonnenarmen Jahren mit Zucker anzureichern. Nun soll dies verboten werden. Die Anreicherung durch Traubenmost aus südlichen Ländern soll weiterhin erlaubt sein, eine Förderung entfällt. Es ist fraglich ob diese Maßnahme zur Eindämmung des Weinsees in Europa beitragen kann. Das Verbot kommt zu einem Zeitpunkt, wo gerade in der USA die Anreicherung mit Zucker per Gesetz erlaubt wurde.
    Des weiteren sollen grundlegende Änderungen in den Etikettierungsvorschriften vorgenommen werden. Ziel ist es die Regelungen zu vereinheitlichen und für den Verbraucher einfacher zu gestalten. Der interessierte Weintrinker hat sich längst mit den Regelungen und Bestimmungen auseinander gesetzt und ist ohne Probleme in der Lage die Etiketten zu lesen. Der uninteressierte Weintrinker wird sich auch für geänderte Etiketten und deren Bedeutung nicht interessieren. Der Informationsverlust für alle steht somit im direkten Widerspruch.
     
    Wir haben bereits mehrfach über dieses Thema berichtet:
   

19.09.2006 Wird die Wein-Reform vertagt?

    24.06.2006 Pläne der EU Weinmarktreform
    07.06.2006 131 Mio. Euro für Destillation von überschüssigem Wein
    04.05.2006 Die EU und die Reform des Weinsektors
     
    Im Download-Center finden Sie einige Dokumente zu den Reformplänen oder direkt hier:
    Auf dem Weg zur Nachhaltigkeit im Europäischen Weinsektor - Marianne Fischer Boel, Kommissarin für Landwirtschaft und ländliche Entwicklung
    Mitteilung der Kommission an den Rat und das Europäische Parlament - Auf dem Weg zur Nachhaltigkeit im europäischen Weinsektor
     
     
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