Die Weinkiste - Feine Weine, Sekte & Edelbrände aus Europa

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September 2006

     

22.09.2006

Aktuelles

Erster Gentech-Wein in USA
   

ML01 heißt die erster gentechnisch veränderte Weinhefe, die von der US Kontrollbehörde FDA für den kommerziellen Einsatz zur Weinbereitung zugelassen wurde. Dieses Jahr werden erstmals Weine auf den Markt kommen, bei denen die Gärung mit ML01 unterstützt wurde. Für Verbraucher ist dies nicht erkennbar, da die Weine nicht gekennzeichnet werden müssen.

     
   

Durch die genetische Veränderung der Hefe ist diese in der Lage nicht nur wie die natürlichen Weinhefen der Gattung Saccharomyces cerevisae den Fruchtzucker im Most zu Alkohol zu vergären, sondern zugleich wandelt sie auch Apfelsäure in Milchsäure um. Normalerweise wird diese Säureumwandlung beim Wein auf natürlichem Wege durch die malolaktische Fermentation, oder auch biologischer Säureabbau genannt, erreicht. Die Weine schmecken dadurch runder und weniger sauer, verlieren jedoch auch an Spritzigkeit und Frische. Die malolaktische Fermentation wird überwiegend bei Rotweinen angewandt.

     
   

Das neue Produkt ML01 aus den USA ist kein Einzelfall. In den Labors verschiedener Hefezüchter weltweit gibt es bereits eine Vielzahl weiterer Hefestämme, die gentechnisch verändert wurden, um auch die Farbe oder den Geschmack des Weines bei der Gärung zu beeinflussen. Ob und wann diese Hefen auf den Markt kommen werden, ist derzeit noch ungewiss.

     
   

Außerhalb der USA ist ML01 bislang nicht zugelassen. Europäische Winzer dürfen diese transgene Hefe bislang nicht verwenden. Ob sich daran in den nächsten Jahren etwas ändern wird, hängt sicherlich auch davon ab, wie sich die öffentliche Diskussion um gentechnisch veränderte Lebensmittel entwickelt. Der Weinbauzulieferer, die Firma Springer Oenologie, die die gentechnisch veränderte Weinhefe in den USA vertreibt, ist ein Tochterunternehmen der führenden französischen Hefezucht-Firma Lessafre.

     
     
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