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Newsarchiv |
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Dezember
2005 |
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20.12.2005 |
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"Im Wein liegt keine Wahrheit mehr" - Handelsabkommen EU - USA
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Heute billigten die EU
Agrarminister per Mehrheitsbeschluss das Handelsabkommen mit der
USA bezüglich der Einfuhr von Weinen, die nicht nach den Standards
der EU hergestellt werden. Gegen die Stimmen aus Deutschland,
Portugal, Österreich und Litauen, Griechenland enthielt sich,
stimmten die übrigen Staaten für das Abkommen. Nun dürfen nicht
nur Weine die mit Eichenchips aromatisiert wurden, dies war bisher
schon erlaubt, sondern auch Weine, die mit bis zu 7 % Wasser oder
bis zu 35 % Zuckerwasser manipuliert wurden. Des weiteren ist die
Fraktion der Weine erlaubt, der Wein wird in seine Bestandteile
zerlegt und danach wieder neu zusammengesetzt. Dies alles ohne
Kennzeichnungspflicht! |
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Und wofür dies alles? |
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Im Gegenzug verzichtet die USA zukünftig auf in
Europa geschützte Bezeichnungen wie z.B. Chianti, Chablis,
Champagner etc. Die Frage sei erlaubt, ob dies nicht ein sehr
hoher, zu hoher Preis ist?! Jedem einiger Maßen ambitionierten
Weintrinker ist bekannt, dass es keinen Champagner oder Chianti
aus der USA geben kann. Wer aber kann sich schon gegen
manipulierte Produkte schützen, wenn die Manipulationen nicht auf
der Verpackung angezeigt sein müssen? |
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Anscheinend hatten die meisten EU-Staaten offenbar
Angst, dass die USA ihrerseits Beschränkungen für Europäische
Produkte einführen würden. Eine mögliche strengere
Zertifizierungspflicht für Weinexporte in die Staaten stand zur
Diskussion. |
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Bundeswirtschaftsminister Seehofer forderte auch
nach dem Beschluss der Agrarminister ein Reinheitsgebot für
Deutschen Wein und äußerte die Hoffnung, dass zumindest ein
Etikettierungspflicht durchgesetzt werden könnte. |
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Der Präsident des Deutschen Weinbauverbands,
Norbert Weber, forderte einen internationalen Weinkodex. Dieser
solle regeln,, was bei der Weinbereitung zulässig sei. Weber
kritisierte, dass in den USA Kellertechniken zulässig seien, die
zu einer "Limonadisierung des Weines" führten. |
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Der deutsche Verband der Prädikatsweingüter (VDP)
bezeichnete das Abkommen als einen Super-GAU. VDP-Präsident
Michael Prinz zu Salm sagte in Mainz: "Der Verbraucher wird
zukünftig nicht mehr wissen, ob Wein drin ist, wo Wein drauf
steht." |
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Nun ist der Verbraucher aufgerufen sich zur Wehr zu
setzen und mit seinem Konsumverhalten zu votieren! Allerdings
sollten wir nicht allzu viel Hoffnung in diese Möglichkeit setzen. |
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