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Der Winzer Edgar Schätzler aus
dem rheinhessischen Guntersblum füllte billige Weine aus aller
Welt in eigenen Flaschen um und gab diese zur Qualitätskontrolle
an das Weinbauamt. Das Ergebnis war, ein im Aldi gekaufter Pinot
Grigio aus Ungarn, erhielt die amtliche Prüfnummer der
Landwirtschaftskammer Rheinland-Pfalz als „2004 Guntersblumer
Steig-Terrassen Rheinhessen Chardonnay Kabinett trocken
Gutsabfüllung“. Ein weiterer in der Metro gekauft Wein, ein
Sauvignon Blanc aus Südafrika bestand ebenfalls die Prüfung als
„Grauburgunder aus Guntersblum“. Ziel der Aktion war es laut dem
Bericht im „Spiegel Online“ nicht die Weine unrechtmäßig in den
Handel zu bringen, sondern auf die Problematiken bei der
Weinbewertung nach dem deutschen Weingesetz hinzuweisen. In der
Vergangenheit waren Weine des Winzers abgelehnt worden und hatten
die Prüfung nicht bestanden. Der Einspruch beim
Bundesverwaltungsgericht wurde abgewiesen, mit der sinngemäßen
Begründung, dass die Prüfungskommission immer Recht habe. Nachdem
er nun die Weinpanscherei anführte um auf die generelle
Problematik hinzuweisen, erhielt er kurzfristig Besuch von den
zuständigen Ermittlungsbehörden. Der Kammerpräsident Günther
Schartz drohte Edgar Schätzler sogar mit dem Ausschluss aus der
Qualitätsprüfung. Der Präsident des Verbandes der
Prädikatsweingüter Michael Prinz zu Salm-Salm konnte die Methoden
des Winzers nicht gut heißen, teilte jedoch die prinzipielle
Kritik an den Qualitätskontrollen in Deutschland. |