Die Weinkiste - Feine Weine, Sekte & Edelbrände aus Europa

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  Weinprobe  
       
  Über Geschmack lässt sich nun mal nicht streiten. Und daher ist auch eine Weinprobe eine sehr subjektive Angelegenheit. Zu den rein subjektiven Geschmackserlebnissen kommt jedoch noch der Einfluss der gesamten Umgebung und das allgemeine Wohlgefühl hinzu. Wer kennt nicht die Enttäuschung, wenn man einen Wein im Urlaub mit Begeisterung bei einem Sonnenuntergang auf einer Terrasse getrunken hat und diesen dann daheim nach einem arbeitsreichen Tag vor dem Fernseher probiert? Oder aber die nette, rustikale Atmosphäre in geselliger Runde im Weinkeller des Winzers, auch diese kann die Empfindungen und somit den Geschmack deutlich beeinflussen.  
  Weintrinken soll natürlich Freude bereiten und zum Wohlbefinden beitragen. Möchte man jedoch einen oder mehrere Weine wirklich verkosten, so sind einige einfache Grundregeln zu beachten.  
     
  Spucken statt schlucken  
  Die Weine bei einer Weinprobe sollten nicht getrunken werden. Spucken Sie diese aus, auch wenn es Ihnen noch so schwer fällt. Durch den Genuss des Weines und somit des Alkohols, wird innerhalb kürzester Zeit Ihr Wahrnehmungssinn - Geschmackssinn getrübt. Probieren Sie alle Weine in Ruhe einmal durch und spucken Sie die Proben aus. Gönnen Sie sich danach doch in geselliger Runde die Weine, die Ihnen besonders gut geschmeckt haben.  
     
  Notizen - Wer schreibt der bleibt  
  Machen Sie sich Notizen, das ist anfangs zwar ungewohnt, hilft Ihnen aber Ihre Eindrücke festzuhalten und zu einem späteren Zeitpunkt zu überprüfen. Wir haben für Sie eine Vorlage für die Degustationsbewertung im Bereich Weinbewertung vorbereitet.  
     
  Zeitpunkt - Morgenstund hat Gold im Mund  
  Die Weinprobe sollte niemals direkt im Anschluss an ein Essen durchgeführt werden. Die Geschmacksnerven sind vom Essen noch zu stark belastet. Die beste Uhrzeit für eine Weinprobe ist Vormittags 10.00 - 11.00 Uhr. In dieser Zeit sind die Sinne am empfindlichsten.  
     
  Frische Luft  
  Es sollten keine stärkeren Geschmacks- oder Geruchseindrücke, wie z.B. Zigarettenrauch oder Parfüms, stören.  
     
  Klare Sicht  
  Der Raum sollte gleichmäßig, mit normalen Leuchtmitteln (Glühlampen), ausgeleuchtete sein, um die Farbreflexe des Weines möglichst objektiv betrachten zu können. Hilfreich kann hier ein weißes Tischtuch oder eine sonstige weiße Fläche sein.  
     
  Gläserwahl  
  Das Probierglas sollte dünnwandig sein und sich nach oben verjüngen (tulpenförmig), damit die Aromen nicht entweichen, sondern gezielt an die Nase gelangen. Der Stiel sollte lang genug sein, damit das Glas am Stiel und nicht am Kelch gefasst werden kann. Zum einen sollte der Kelch nicht durch die Fingerabdrücke getrübt, zum anderen der Wein nicht unnötig erwärmt werden. Das Probierglas sollte farblos, klar und ohne Schliff oder sonstigen Verzierungen sein, damit die Farbe des Weines unverfälscht zur Geltung kommt.   
     
  Probenfolge  
  Die Reihenfolge der Proben ist von entscheidender Bedeutung! Weißwein vor Rotwein, trocken vor halbtrocken, jüngere vor älteren Weinen. Eine Ausnahme von dieser Regel bilden die wirklich fruchtig süßen Weißweine. Diese sollten am Ende einer Probe verkostet werden.  
     
  Neutralisieren  
  Zwischen den Proben den Gaumen mit stillem Wasser neutralisieren. Oftmals wird auch Weißbrot empfohlen, dabei ist allerdings zu beachten, dass auch Weißbrot den Geschmack der nachfolgenden Weine beeinflusst.  
     
  Menge  
  Eine 0,75 l Flasche eines Weines reicht für ca. 12 Personen.  
     
  Öffnen  
  Weißweine sollten im Normalfall erst direkt vor oder bei der Probe geöffnet werden.  
  Rotweine sollten je nach Struktur der Weine bereits bis zu einigen Stunden vor der Probe geöffnet werden. Generell gilt hier, ein leichter Rotwein sollte kurz vor der Probe geöffnet werden, je schwerer der Wein wird, umso länger sollte er Zeit zum atmen haben. Alte Rotweine sollten erst kurz vor der Weinprobe geöffnet werden, da diese an der Luft schnell oxidieren.  
     
  Temperatur  
  Achten Sie auf die richtige Temperatur der Weine. Weiß- und Roseweine sollten gut gekühlt sein, ca. 6 - 12°C. Rotweine sollten zwischen 12° - 18° C temperiert sein. Dies sind nur ungefähre Werte! Abhängig von der Struktur, dem Alter, der Qualität der Weine und weiteren Faktoren weichen die idealen Trinktemperaturen von diesen Werten ab! Bedenken Sie, dass der Wein bei unseren heutigen Zimmertemperaturen sehr schnell wärmer wird. Es ist daher unproblematischer, wenn der Wein etwas zu kühl ist, da er sehr schnell an Wärme gewinnen wird. Ein zu warmer Wein hingegen ist nur mit größerem zeitlichen Aufwand herab zu kühlen. Detailliertere Informationen finden Sie im Bereich Temperaturen. Eine Übersichtkarte können Sie dort oder in unserem Download-Center kostenlos herunterladen.  
     
  Probenzahl  
  Achten Sie auf eine angemessene Auswahl und Anzahl an Weinen. Für jemanden der unerfahren in Bezug auf Weinproben ist, sollte eine Auswahl von 6 bis maximal 8 Weinen ausreichen. Stellen Sie die Weine bewusst zusammen. Entscheiden Sie sich für ein Land oder noch besser für ein Anbaugebiet.  
     
  Probenformen  
  Generell sind Weinproben in horizontale und vertikale, offene und Blindproben zu unterscheiden.   
  Unter horizontalen Proben werden Weinproben verstanden, in denen Weine einer bestimmten Region, eines Winzer etc. aus ein und dem selben Jahr verkostet werden.  
  Vertikale Weinproben beinhalten den gleichen Wein aus unterschiedlichen Jahrgängen.  
  In offenen Proben sind die Weine bekannt, der Verkoster weiß welchen Wein er gerade vor sich hat.  
  In Blindproben sind die Flaschen verhüllt. Je nach dem Zweck der Probe, können einige generelle Informationen bekannt sein, wie z.B. welches Anbaugebiet oder welcher Weingrundtyp verkostet wird.  
     
     
  Mögliche Themen für eine Weinprobe:  
    Weinen eines Winzers  
    Weine eines Anbaugebietes  
    Weine einer bestimmten Rebsorte  
    Gleiche Weine unterschiedlicher Jahrgänge  
    Roséweine oder so genannte Terrassenweine  
    Eichenfassgereifte Rotweine eines Landes  
    Gereifte Weine  
     
 

Sie sehen schon der Ideenvielfalt sind hier kaum Grenzen gesetzt!

 
 

Wichtig ist eigentlich nur, dass der Spaß und der Genuss am Wein nicht auf der Strecke bleibt!

 
       
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