| |
■
Weinprobe |
|
| |
|
|
|
| |
Über Geschmack lässt sich nun mal nicht streiten.
Und daher ist auch eine Weinprobe eine sehr subjektive
Angelegenheit. Zu den rein subjektiven Geschmackserlebnissen kommt
jedoch noch der Einfluss der gesamten Umgebung und das allgemeine
Wohlgefühl hinzu. Wer kennt nicht die Enttäuschung, wenn man einen
Wein im Urlaub mit Begeisterung bei einem Sonnenuntergang auf
einer Terrasse getrunken hat und diesen dann daheim nach einem
arbeitsreichen Tag vor dem Fernseher probiert? Oder aber die
nette, rustikale Atmosphäre in geselliger Runde im Weinkeller des
Winzers, auch diese kann die Empfindungen und somit den Geschmack
deutlich beeinflussen. |
|
| |
Weintrinken soll natürlich Freude bereiten und zum
Wohlbefinden beitragen. Möchte man jedoch einen oder mehrere Weine
wirklich verkosten, so sind einige einfache Grundregeln zu
beachten. |
|
| |
|
|
| |
Spucken statt schlucken |
|
| |
Die Weine bei einer Weinprobe sollten nicht
getrunken werden. Spucken Sie diese aus, auch wenn es Ihnen noch
so schwer fällt. Durch den Genuss des Weines und somit des
Alkohols, wird innerhalb kürzester Zeit Ihr Wahrnehmungssinn -
Geschmackssinn getrübt. Probieren Sie alle Weine in Ruhe einmal
durch und spucken Sie die Proben aus. Gönnen Sie sich danach doch
in geselliger Runde die Weine, die Ihnen besonders gut geschmeckt
haben. |
|
| |
|
|
| |
Notizen - Wer schreibt der bleibt |
|
| |
Machen Sie sich Notizen, das ist anfangs zwar
ungewohnt, hilft Ihnen aber Ihre Eindrücke festzuhalten und zu
einem späteren Zeitpunkt zu überprüfen. Wir haben für Sie eine
Vorlage für die Degustationsbewertung im Bereich Weinbewertung
vorbereitet. |
|
| |
|
|
| |
Zeitpunkt - Morgenstund hat Gold im Mund |
|
| |
Die Weinprobe sollte niemals direkt im Anschluss an ein Essen
durchgeführt werden. Die Geschmacksnerven sind vom Essen noch zu
stark belastet. Die beste Uhrzeit für eine Weinprobe ist Vormittags 10.00 - 11.00
Uhr. In dieser Zeit sind die Sinne am empfindlichsten. |
|
| |
|
|
| |
Frische Luft |
|
| |
Es sollten keine stärkeren Geschmacks- oder Geruchseindrücke, wie
z.B. Zigarettenrauch oder Parfüms, stören. |
|
| |
|
|
| |
Klare Sicht |
|
| |
Der Raum sollte gleichmäßig, mit normalen Leuchtmitteln
(Glühlampen), ausgeleuchtete sein, um die Farbreflexe des Weines
möglichst objektiv betrachten zu können. Hilfreich kann hier ein
weißes Tischtuch oder eine sonstige weiße Fläche sein. |
|
| |
|
|
| |
Gläserwahl |
|
| |
Das Probierglas sollte dünnwandig sein und sich nach oben
verjüngen (tulpenförmig), damit die Aromen nicht entweichen,
sondern gezielt an die Nase gelangen. Der Stiel sollte lang genug
sein, damit das Glas am Stiel und nicht am Kelch gefasst werden
kann. Zum einen sollte der Kelch nicht durch die Fingerabdrücke
getrübt, zum anderen der Wein nicht unnötig erwärmt werden. Das
Probierglas sollte farblos, klar und ohne Schliff oder sonstigen
Verzierungen sein, damit die Farbe des Weines unverfälscht zur
Geltung kommt. |
|
| |
|
|
| |
Probenfolge |
|
| |
Die Reihenfolge der Proben ist von entscheidender
Bedeutung! Weißwein vor Rotwein, trocken vor halbtrocken, jüngere
vor älteren Weinen. Eine Ausnahme von dieser Regel bilden die
wirklich fruchtig süßen Weißweine. Diese sollten am Ende einer
Probe verkostet werden. |
|
| |
|
|
| |
Neutralisieren |
|
| |
Zwischen den Proben den Gaumen mit stillem Wasser
neutralisieren. Oftmals wird auch Weißbrot empfohlen, dabei ist
allerdings zu beachten, dass auch Weißbrot den Geschmack der
nachfolgenden Weine beeinflusst. |
|
| |
|
|
| |
Menge |
|
| |
Eine 0,75 l Flasche eines Weines reicht für ca. 12
Personen. |
|
| |
|
|
| |
Öffnen |
|
| |
Weißweine sollten im Normalfall erst direkt vor
oder bei der Probe geöffnet werden. |
|
| |
Rotweine sollten je nach Struktur der Weine bereits
bis zu einigen Stunden vor der Probe geöffnet werden. Generell
gilt hier, ein leichter Rotwein sollte kurz vor der Probe geöffnet
werden, je schwerer der Wein wird, umso länger sollte er Zeit zum
atmen haben. Alte Rotweine sollten erst kurz vor der Weinprobe
geöffnet werden, da diese an der Luft schnell oxidieren. |
|
| |
|
|
| |
Temperatur |
|
| |
Achten Sie auf die richtige Temperatur der Weine.
Weiß- und Roseweine sollten gut gekühlt sein, ca. 6 - 12°C. Rotweine
sollten zwischen 12° - 18° C temperiert sein. Dies sind nur
ungefähre Werte! Abhängig von der Struktur, dem Alter, der
Qualität der Weine und weiteren Faktoren weichen die idealen
Trinktemperaturen von diesen
Werten ab! Bedenken Sie, dass der Wein bei unseren heutigen
Zimmertemperaturen sehr schnell wärmer wird. Es ist daher
unproblematischer, wenn der Wein etwas zu kühl ist, da er sehr
schnell an Wärme gewinnen wird. Ein zu warmer Wein hingegen ist
nur mit größerem zeitlichen Aufwand herab zu kühlen.
Detailliertere Informationen finden Sie im Bereich
Temperaturen. Eine Übersichtkarte
können Sie dort oder in unserem
Download-Center kostenlos herunterladen. |
|
| |
|
|
| |
Probenzahl |
|
| |
Achten Sie auf eine angemessene Auswahl und Anzahl
an Weinen. Für jemanden der unerfahren in Bezug auf Weinproben
ist, sollte eine Auswahl von 6 bis maximal 8 Weinen ausreichen.
Stellen Sie die Weine bewusst zusammen. Entscheiden Sie sich für
ein Land oder noch besser für ein Anbaugebiet. |
|
| |
|
|
| |
Probenformen |
|
| |
Generell sind Weinproben in horizontale und
vertikale, offene und Blindproben zu unterscheiden. |
|
| |
Unter horizontalen Proben werden Weinproben
verstanden, in denen Weine einer bestimmten Region, eines Winzer
etc. aus ein und dem selben Jahr verkostet werden. |
|
| |
Vertikale Weinproben beinhalten den gleichen Wein
aus unterschiedlichen Jahrgängen. |
|
| |
In offenen Proben sind die Weine bekannt, der
Verkoster weiß welchen Wein er gerade vor sich hat. |
|
| |
In Blindproben sind die Flaschen verhüllt. Je nach
dem Zweck der Probe, können einige generelle Informationen bekannt
sein, wie z.B. welches Anbaugebiet oder welcher Weingrundtyp
verkostet wird. |
|
| |
|
|
| |
|
|
| |
Mögliche Themen für eine Weinprobe: |
|
| |
|
Weinen eines Winzers |
|
| |
|
Weine eines Anbaugebietes |
|
| |
|
Weine einer bestimmten Rebsorte |
|
| |
|
Gleiche Weine unterschiedlicher Jahrgänge |
|
| |
|
Roséweine oder so genannte Terrassenweine |
|
| |
|
Eichenfassgereifte Rotweine eines Landes |
|
| |
|
Gereifte Weine |
|
| |
|
|
| |
Sie sehen schon der Ideenvielfalt sind hier kaum
Grenzen gesetzt! |
|
| |
Wichtig ist eigentlich nur, dass
der Spaß und der Genuss am Wein nicht auf der Strecke bleibt!
|
|
| |
|
|
|