| |
■
Wein
- Irrtümer
und Mythen |
|
| |
|
|
|
| |
Im
Laufe der Jahrhunderte wurden viele Regeln aufgestellt die zur
Zeit ihrer Entstehung sicherlich eine Berechtigung hatten, heute
jedoch überholt sind. |
|
| |
Wie
kommt dies? |
|
| |
Zum
einen hat sich der Weingeschmack der Gesellschaft, zum anderen
haben sich die Qualitäten der Weine und damit verbunden auch die
Geschmacksstile geändert. Aber auch andere Faktoren spielen eine
Entscheidende Rolle, die hier Einfluss genommen haben. |
|
| |
Im
folgenden nun einige der gängigen Irrtümer und Mythen rund um den
Wein, die bis heute bestand
haben. Die Aufstellung erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit
und die Reihenfolge ist beliebig ohne Wertung gewählt. |
|
| |
Wir
beabsichtigen diese Liste ständig zu ergänzen. Sie kennen selber
weitere Weinirrtümer, die wir noch nicht aufgezählt haben? Dann
schreiben Sie uns diese doch! |
|
| |
|
|
| |
Rotwein zu Fleisch, Weißwein zu
Fisch |
|
| |
Dies
ist eine der ältesten Regeln, die sich noch immer recht hartnäckig
in den Köpfen hält. Auch in abgewandelter Form wird diese Regel
oftmals noch vertreten, z.B. "Kräftiger Rotwein zu dunklem
Fleisch, leichter Rotwein oder Rose zu hellem Fleisch." Dabei
müsste eigentlich sehr viel mehr Wert auf die Zubereitungsform,
die das Essen begleitende Sauce, das Dressing und die Gewürze
gelegt werden. In der modernen Küche finden sich wunderbare
Fischrezepte mit kräftigen Saucen, zu denen ohne weiteres ein
Rotwein zu empfehlen ist. Genauso gibt es die Fleischgerichte mit
leichten Saucen feinen Gemüsen oder leichten Salaten zu denen
hervorragend ein kräftigerer Weißwein passt. Letztendlich
entscheidet wie immer der eigene Geschmack! |
|
| |
|
|
| |
Rotweine sollten Lagern, Weißweine
sollten jung getrunken werden |
|
| |
Dies
ist, wie viele andere Regeln auch, nur bedingt richtig und ist auf
die Weinstile vergangener Zeiten zurückzuführen. |
|
| |
Früher
wurden Rotweine oftmals mit einem enormen Tanningehalt erzeugt.
Erst die Lagerung milderte den Tanningehalt, die Weine wurden
weicher und runder. Heute werden viele Rotweine für den direkten
Konsum produziert und bedürfen keiner Lagerung mehr. Hinzu kommen
die leichten, frischen, fruchtigen Jungweine, die bewusst für den
sofortigen Genuss gekeltert werden. |
|
| |
Bei den
Weißweinen gibt es genauso wie bei den Rotweinen, Weine die durch
eine Lagerung an Komplexität gewinnen. Insbesondere gilt dies für
strukturreiche Rieslinge aus Deutschland. Gerade deutsche
Auslesen, Trockenbeerenauslesen und Eisweine zählen zu den am
längsten haltbaren Weinen der Welt. |
|
| |
|
|
| |
Deutscher Wein ist immer süß |
|
| |
Dies
ist ein Vorurteil aus den 70er Jahren, in denen die deutschen
Winzer dem Modetrend des süßen Weines nicht widerstehen konnten.
Die Liebfrauenmilch ursprünglich ein durchaus qualitativ
hochwertiger Wein wurde ein Exportschlager in Übersee. Die Weine
konnten nicht süß genug sein und wurden dabei qualitativ immer
schlechter. Hin bis zum damaligen Weinskandal, wo Weine mit Glykol
gepanscht wurden. |
|
| |
Dies
ist ein sehr unrühmliches Kapitel des deutschen Weinbaus, gehört
aber lange der Vergangenheit an! |
|
| |
Mittlerweile hat der deutsche Wein, insbesondere der deutsche
Weißwein, wieder eine absolute Spitzenstellung auf dem Weltmarkt
und baut diese ständig aus. Trockene deutsche Weißweine sind
absolut keine Seltenheit und gehören auch Qualitativ zu den
herausragenden Weißweinen. |
|
| |
Ein
ganz besonderes Augenmerk auf trockene Weine legen die Franken,
die sogar eine eigene Bezeichnung für ihre besonders trockenen
Weißweine haben: "fränkisch trocken". Die Weine müssen einen noch
einmal deutlich geringeren Zuckergehalt gegenüber trockenen Weinen
aus anderen deutschen Anbaugebieten aufweisen. |
|
| |
|
|
| |
Die besten Weine kommen aus
Frankreich |
|
| |
Natürlich gehören das Bordelaise und auch das Burgund zu den
besten Anbaugebieten der Welt. Die vielleicht einmal existierende
Vorrangstellung dieser beiden Weinbaugebiete gilt heute aber
sicherlich nicht mehr. Nur um einige Beispiele zu aufzuzählen
seien hier Spanien mit der Rioja, Deutschland mit seinen
einzigartigen Weißweinlagen, Portugal mit seinen großen Portweinen
genannt. Die Liste ließe sich noch beliebig fortführen. Lange
galten die Weine aus dem Bordeaux als die teuersten der Welt, auch
dieses ist nicht uneingeschränkt richtig. Heute erzielen Weine aus
Übersee, aus Spanien und auch aus Deutschland ohne weiteres
vergleichbare oder höhere Preise. |
|
| |
|
|
| |
Rotwein wird bei Zimmertemperatur
getrunken |
|
| |
Eine
Regel aus vergangenen Zeiten, wo es noch keine Zentralheizungen
gab und die Temperaturen in den Räumen noch bei 16 - 18° C lagen. |
|
| |
|
|
| |
Teure Weine müssen gut sein |
|
| |
Natürlich lässt sich in einem gewissen Rahmen ein Qualitätsniveau
vom Preis her ableiten. Ein Massenwein aus dem Supermarkt für
einige Euros wird niemals das Niveau eines herausragenden
Spitzengewächses aus einer bevorzugten Einzellage haben können.
Und kein Winzer würde einen hervorragenden Wein verschleudern.
Aber ein hoher Preis ist natürlich noch kein Garant für einen
wirklich guten Wein. |
|
| |
|
|
| |
Die Traubensorte die auf dem
Etikett steht ist auch ausschließlich im Wein |
|
| |
Dies
gilt nur eingeschränkt und ist letztendlich von dem jeweiligen
Weinrecht des Weinbaulandes abhängig. Es gibt jedoch kein
Weinrecht, in dem die auf dem Etikett genannte Traubensorte zu
100% im Wein sein muss. Mehr oder weniger geringe Beimengungen von
anderen Traubensorten sind ohne weiteres erlaubt. |
|
| |
|
|
| |
Wein muss nach dem Transport erst
einige Wochen lagern |
|
| |
Wer
abends Gäste hat und erst am Mittag Zeit findet, ein paar Flaschen
Wein zu kaufen, hat vielleicht ein schlechtes Gewissen dabei. Er
erinnert sich, gehört zu haben, dass Wein Ruhe braucht, dass er
nach jeglichem Transport erst ein paar Wochen lagern muss, um mit
Genuss getrunken werden zu können. Das war einmal - wenn
überhaupt. Auf Fachmessen und offiziellen Weinproben kommen die
Weinkisten oftmals erst kurz vorher an. Kein Verkoster wird dies
am Geschmack feststellen können. Dies gilt natürlich nicht für
Weine mit Depot, insbesondere nicht für alte Rotweine. Wird das
Depot aufgewirbelt und dies ist bei einem Transport unvermeidlich,
so ist der Wein trübe und braucht einige Stunden, wenn nicht Tage,
bis er wieder klar geworden ist. |
|
| |
|
|
| |
Weine müssen langsam und behutsam
gekühlt werden |
|
| |
Kein Mensch wird es schmecken können, ob der Wein
über einen längeren Zeitraum auf eine bestimmte Temperatur gekühlt
wurde, oder ob der Wein kurz vorher im Eisfach auf die richtige
Temperatur gebracht wurde. Es ist schließlich auch nicht messbar.
Entscheidend vielmehr ist, dass der Wein mit der richtigen
Temperatur serviert wird. |
|
| |
|
|
| |
Sortenreine Weine sind
Sortenverschnitten qualitativ überlegen |
|
| |
Ein
großer Teil der besten Rotweine der Welt sind Verschnitte von drei
und mehr Rebsorten. Als Paradebeispiel sind hier die Rotweine des
Bordeaux zu nennen, die fast ausschließlich in Form von Cuvées
bzw. Assemblages erzeugt werden. Dies gilt aber nicht nur für
Rotweine, auch viele Weißweine werde nicht reinsortig ausgebaut. |
|
| |
|
|
| |
Zum Käse schmeckt am besten Rotwein |
|
| |
Rotwein
schmeckt zu einigen Käsesorten hervorragen. Aber zu sehr vielen
Käsen passen (halbtrockene) würzig-aromatische Weißweine
mindestens so gut wie Rotweine. Es ist oftmals sehr viel leichter,
einen passenden Weißwein, als einen passenden Rotwein zum Käse zu
wählen. |
|
| |
|
|
| |
Echte Weinkenner können in einer
Blindverkostung einen Wein von der Traubensorte bis zur Lage und
dem Winzer identifizieren |
|
| |
Wenn man einen unbekannten Wein einem erfahrenen
Kenner vorsetzt, so wird dieser nur anhand seiner Sinne und seines
Gedächtnisses die Traubensorten, den Jahrgang, das Anbaugebiet und
sogar den Erzeuger benennen können. So weit der Mythos. Bei Tests
haben Kenner, denen die Augen verbunden waren, nicht einmal
unterscheiden können, ob es sich bei dem um einen Rot- oder
einen Weißwein handelte. Auch dies stellt sicherlich ein Extrem
dar und ist von den gewählten Weinen und sonstigen Einflüssen
abhängig. Die eigentliche Tatsache jedoch, dass es ausgesprochen
schwierig ist, Weine allein am Geruch und Geschmack zu erkenn
bleibt. Ein bekannter britischer Weinkenner wurde einmal gefragt,
ob er jemals einen Bordeaux mit einem Burgunder verwechselt hat.
Er antwortete: "Jedenfalls nicht mehr seit dem Mittagessen".
Bekannte Weinjournalisten verweigern teilweise die Teilnahme an
jeglichen Blindverkostungen |
|
| |
|
|
| |
Kleine Winzer erzeugen bessere
Weine als große Kellereien |
|
| |
Die
Größe des Betriebes ist für die Weinqualität nicht von Bedeutung.
Es handelt sich hierbei eher um eine emotionale Äußerung und lässt
sich mit eindeutigen Fakten kaum belegen. Ein kleiner Betrieb
bietet möglicherweise mehr Individualität gegenüber einer großen
Kellerei. Die große Kellerei verfügt im Gegenzug jedoch vielleicht
über eine qualitativ höherwertige Kellerausstattung. Letztendlich
sind die Qualität der Weinbergslagen, die Qualität des Leseguts
und die Perfektion bei der Vinifizierung für alle Betriebe die
wichtigsten Kriterien. |
|
| |
|
|
| |
|
|
|