Die Weinkiste - Feine Weine, Sekte & Edelbrände aus Europa

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  Wein - Irrtümer und Mythen  
       
  Im Laufe der Jahrhunderte wurden viele Regeln aufgestellt die zur Zeit ihrer Entstehung sicherlich eine Berechtigung hatten, heute jedoch überholt sind.  
  Wie kommt dies?  
  Zum einen hat sich der Weingeschmack der Gesellschaft, zum anderen haben sich die Qualitäten der Weine und damit verbunden auch die Geschmacksstile geändert. Aber auch andere Faktoren spielen eine Entscheidende Rolle, die hier Einfluss genommen haben.  
  Im folgenden nun einige der gängigen Irrtümer und Mythen rund um den Wein, die bis heute bestand haben. Die Aufstellung erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit und die Reihenfolge ist beliebig ohne Wertung gewählt.  
  Wir beabsichtigen diese Liste ständig zu ergänzen. Sie kennen selber weitere Weinirrtümer, die wir noch nicht aufgezählt haben? Dann schreiben Sie uns diese doch!  
     
  Rotwein zu Fleisch, Weißwein zu Fisch  
  Dies ist eine der ältesten Regeln, die sich noch immer recht hartnäckig in den Köpfen hält. Auch in abgewandelter Form wird diese Regel oftmals noch vertreten, z.B. "Kräftiger Rotwein zu dunklem Fleisch, leichter Rotwein oder Rose zu hellem Fleisch." Dabei müsste eigentlich sehr viel mehr Wert auf die Zubereitungsform, die das Essen begleitende Sauce, das Dressing und die Gewürze gelegt werden. In der modernen Küche finden sich wunderbare Fischrezepte mit kräftigen Saucen, zu denen ohne weiteres ein Rotwein zu empfehlen ist. Genauso gibt es die Fleischgerichte mit leichten Saucen feinen Gemüsen oder leichten Salaten zu denen hervorragend ein kräftigerer Weißwein passt. Letztendlich entscheidet wie immer der eigene Geschmack!  
     
  Rotweine sollten Lagern, Weißweine sollten jung getrunken werden  
  Dies ist, wie viele andere Regeln auch, nur bedingt richtig und ist auf die Weinstile vergangener Zeiten zurückzuführen.  
  Früher wurden Rotweine oftmals mit einem enormen Tanningehalt erzeugt. Erst die Lagerung milderte den Tanningehalt, die Weine wurden weicher und runder. Heute werden viele Rotweine für den direkten Konsum produziert und bedürfen keiner Lagerung mehr. Hinzu kommen die leichten, frischen, fruchtigen Jungweine, die bewusst für den sofortigen Genuss gekeltert werden.  
  Bei den Weißweinen gibt es genauso wie bei den Rotweinen, Weine die durch eine Lagerung an Komplexität gewinnen. Insbesondere gilt dies für strukturreiche Rieslinge aus Deutschland. Gerade deutsche Auslesen, Trockenbeerenauslesen und Eisweine zählen zu den am längsten haltbaren Weinen der Welt.  
     
  Deutscher Wein ist immer süß  
  Dies ist ein Vorurteil aus den 70er Jahren, in denen die deutschen Winzer dem Modetrend des süßen Weines nicht widerstehen konnten. Die Liebfrauenmilch ursprünglich ein durchaus qualitativ hochwertiger Wein wurde ein Exportschlager in Übersee. Die Weine konnten nicht süß genug sein und wurden dabei qualitativ immer schlechter. Hin bis zum damaligen Weinskandal, wo Weine mit Glykol gepanscht wurden.  
  Dies ist ein sehr unrühmliches Kapitel des deutschen Weinbaus, gehört aber lange der Vergangenheit an!  
  Mittlerweile hat der deutsche Wein, insbesondere der deutsche Weißwein, wieder eine absolute Spitzenstellung auf dem Weltmarkt und baut diese ständig aus. Trockene deutsche Weißweine sind absolut keine Seltenheit und gehören auch Qualitativ zu den herausragenden Weißweinen.  
  Ein ganz besonderes Augenmerk auf trockene Weine legen die Franken, die sogar eine eigene Bezeichnung für ihre besonders trockenen Weißweine haben: "fränkisch trocken". Die Weine müssen einen noch einmal deutlich geringeren Zuckergehalt gegenüber trockenen Weinen aus anderen deutschen Anbaugebieten aufweisen.  
     
  Die besten Weine kommen aus Frankreich  
  Natürlich gehören das Bordelaise und auch das Burgund zu den besten Anbaugebieten der Welt. Die vielleicht einmal existierende Vorrangstellung dieser beiden Weinbaugebiete gilt heute aber sicherlich nicht mehr. Nur um einige Beispiele zu aufzuzählen seien hier Spanien mit der Rioja, Deutschland mit seinen einzigartigen Weißweinlagen, Portugal mit seinen großen Portweinen genannt. Die Liste ließe sich noch beliebig fortführen. Lange galten die Weine aus dem Bordeaux als die teuersten der Welt, auch dieses ist nicht uneingeschränkt richtig. Heute erzielen Weine aus Übersee, aus Spanien und auch aus Deutschland ohne weiteres vergleichbare oder höhere Preise.  
     
  Rotwein wird bei Zimmertemperatur getrunken  
  Eine Regel aus vergangenen Zeiten, wo es noch keine Zentralheizungen gab und die Temperaturen in den Räumen noch bei 16 - 18° C lagen.  
     
  Teure Weine müssen gut sein  
  Natürlich lässt sich in einem gewissen Rahmen ein Qualitätsniveau vom Preis her ableiten. Ein Massenwein aus dem Supermarkt für einige Euros wird niemals das Niveau eines herausragenden Spitzengewächses aus einer bevorzugten Einzellage haben können. Und kein Winzer würde einen hervorragenden Wein verschleudern. Aber ein hoher Preis ist natürlich noch kein Garant für einen wirklich guten Wein.  
     
  Die Traubensorte die auf dem Etikett steht ist auch ausschließlich im Wein  
  Dies gilt nur eingeschränkt und ist letztendlich von dem jeweiligen Weinrecht des Weinbaulandes abhängig. Es gibt jedoch kein Weinrecht, in dem die auf dem Etikett genannte Traubensorte zu 100% im Wein sein muss. Mehr oder weniger geringe Beimengungen von anderen Traubensorten sind ohne weiteres erlaubt.  
     
  Wein muss nach dem Transport erst einige Wochen lagern  
  Wer abends Gäste hat und erst am Mittag Zeit findet, ein paar Flaschen Wein zu kaufen, hat vielleicht ein schlechtes Gewissen dabei. Er erinnert sich, gehört zu haben, dass Wein Ruhe braucht, dass er nach jeglichem Transport erst ein paar Wochen lagern muss, um mit Genuss getrunken werden zu können. Das war einmal - wenn überhaupt. Auf Fachmessen und offiziellen Weinproben kommen die Weinkisten oftmals erst kurz vorher an. Kein Verkoster wird dies am Geschmack feststellen können. Dies gilt natürlich nicht für Weine mit Depot, insbesondere nicht für alte Rotweine. Wird das Depot aufgewirbelt und dies ist bei einem Transport unvermeidlich, so ist der Wein trübe und braucht einige Stunden, wenn nicht Tage, bis er wieder klar geworden ist.  
     
  Weine müssen langsam und behutsam gekühlt werden  
  Kein Mensch wird es schmecken können, ob der Wein über einen längeren Zeitraum auf eine bestimmte Temperatur gekühlt wurde, oder ob der Wein kurz vorher im Eisfach auf die richtige Temperatur gebracht wurde. Es ist schließlich auch nicht messbar. Entscheidend vielmehr ist, dass der Wein mit der richtigen Temperatur serviert wird.  
     
  Sortenreine Weine sind Sortenverschnitten qualitativ überlegen  
  Ein großer Teil der besten Rotweine der Welt sind Verschnitte von drei und mehr Rebsorten. Als Paradebeispiel sind hier die Rotweine des Bordeaux zu nennen, die fast ausschließlich in Form von Cuvées bzw. Assemblages erzeugt werden. Dies gilt aber nicht nur für Rotweine, auch viele Weißweine werde nicht reinsortig ausgebaut.  
     
  Zum Käse schmeckt am besten Rotwein  
  Rotwein schmeckt zu einigen Käsesorten hervorragen. Aber zu sehr vielen Käsen passen (halbtrockene) würzig-aromatische Weißweine mindestens so gut wie Rotweine. Es ist oftmals sehr viel leichter, einen passenden Weißwein, als einen passenden Rotwein zum Käse zu wählen.  
     
  Echte Weinkenner können in einer Blindverkostung einen Wein von der Traubensorte bis zur Lage und dem Winzer identifizieren  
  Wenn man einen unbekannten Wein einem erfahrenen Kenner vorsetzt, so wird dieser nur anhand seiner Sinne und seines Gedächtnisses die Traubensorten, den Jahrgang, das Anbaugebiet und sogar den Erzeuger benennen können. So weit der Mythos. Bei Tests haben Kenner, denen die Augen verbunden waren, nicht einmal unterscheiden können, ob es sich bei dem  um einen Rot- oder einen Weißwein handelte. Auch dies stellt sicherlich ein Extrem dar und ist von den gewählten Weinen und sonstigen Einflüssen abhängig. Die eigentliche Tatsache jedoch, dass es ausgesprochen schwierig ist, Weine allein am Geruch und Geschmack zu erkenn bleibt. Ein bekannter britischer Weinkenner wurde einmal gefragt, ob er jemals einen Bordeaux mit einem Burgunder verwechselt hat. Er antwortete: "Jedenfalls nicht mehr seit dem Mittagessen". Bekannte Weinjournalisten verweigern teilweise die Teilnahme an jeglichen Blindverkostungen  
     
  Kleine Winzer erzeugen bessere Weine als große Kellereien  
  Die Größe des Betriebes ist für die Weinqualität nicht von Bedeutung. Es handelt sich hierbei eher um eine emotionale Äußerung und lässt sich mit eindeutigen Fakten kaum belegen. Ein kleiner Betrieb bietet möglicherweise mehr Individualität gegenüber einer großen Kellerei. Die große Kellerei verfügt im Gegenzug jedoch vielleicht über eine qualitativ höherwertige Kellerausstattung. Letztendlich sind die Qualität der Weinbergslagen, die Qualität des Leseguts und die Perfektion bei der Vinifizierung für alle Betriebe die wichtigsten Kriterien.  
     
       
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